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Festplatten

Im Notfall: Daten retten

Bei bockigen Festplatten können Datenrettungs-Programme so manche Datei wieder lesbar machen.

Bei bockigen Festplatten können Datenrettungs-Programme so manche Datei wieder lesbar machen.

Wenn trotz aller Vorsorge der Ernstfall eingetreten ist, gilt es Ruhe zu bewahren und die Lage nicht durch vorschnelles Handeln zu verschlechtern. Oft lassen sich noch Daten retten, die man bereits verloren geglaubt hat.

Ein praktischer Helfer für den Notfall ist das Programm "Easy Recovery" von Ontrack. Es ist in der Lage, Daten von nicht zerstörten Bereichen der Festplatte aufzuspüren und auf ein anderes Laufwerk zu sichern. Es kann auch Daten wieder lesbar machen, die sich aufgrund einer beschädigten Datenstruktur (logischer Fehler) nicht mehr öffnen lassen.

Kauf neuer Platte unausweichlich

Doch Achtung! Selbst wenn ein Hilfsprogramm die Daten wieder aktivieren oder sogar die Festplatte wiederbeleben kann, können Sie sich nicht mehr auf sie verlassen. Der Kauf eines neuen Laufwerks ist unumgänglich.

Tipp: Selbst bei versehentlich formatierten Festplatten kann ein Datenrettungs-Programm wertvolle Dienste leisten. Ist die Festplatte lediglich initialisiert, dann befinden sich die Daten nach wie vor auf dem Laufwerk, da nur das Inhaltsverzeichnis gelöscht wurde. Nur wenn die Festplatte komplett (z.B. durch ein spezielles Löschtool) überschrieben worden ist, sind wirklich alle Daten weg.





Vorsorge: Festplatten mit Samthandschuhen anfassen
Periodische Festplattenanalyse deckt frühzeitig Veränderungen auf.
Periodische Festplattenanalyse deckt frühzeitig Veränderungen auf.
Um Problemen mit der Festplatte möglichst aus dem Weg zu gehen, sollten Sie einige grundlegende Dinge beachten: Vermeiden Sie Stöße; bewegen Sie den gesamten PC nur sehr behutsam und lassen Sie ausgebaute Festplatten nicht fallen. Vermeiden Sie sehr hohe und sehr niedrige Temperaturen und setzen Sie die Platte keinen hohen Temperaturschwankungen aus. Hohe Luftfeuchtigkeit kann der Platte ebenfalls schaden.

Problem rechtzeitig erkennen

Achten Sie genau darauf, ob sich die Geräusche Ihrer Festplatte verändern oder an Intensität zunehmen. Ist das der Fall und nehmen gleichzeitig Abstürze zu, ist Gefahr im Verzuge.

Führen Sie regelmäßig eine Überprüfung der Festplatte durch. Windows bietet dafür das Programm "Scandisk". Sie finden es unter " Festplatte > Eigenschaften > Extras > Fehlerüberprüfung". Wer möchte, kann auch zu einer leistungsfähigeren Festplattenanalyse greifen, wie sie etwa die "Norton Utilities" (Bestandteil von "Norton System Works" von Symantec) bieten.

Extraschutz vor Stromschwankungen

Stromschwankungen und -ausfälle setzen Festplatten sowie dem restlichen PC ebenfalls zu. Hier droht totaler Datenverlust binnen Sekunden. Um dem zu entgehen, bietet sich eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) an, die Netzspannungen ausgleicht und den PC bei Stromausfall kurze Zeit mit Batteriestrom versorgt, so dass man diesen sicher herunterfahren kann.









Backup / Datensicherung auf einer Festplatte

Wie schütze ich mich vor Datenverlust und was mache ich, wenn es doch einmal passiert?

Sie sollten sich bei wichtigen Dokumenten eine Strategie zulegen (und anwenden), wie Sie Sicherheitskopien erstellen. Dabei gilt es, drei Gefahrenquellen zu beherrschen:

* Wenn Word abstürzt, bevor Sie gespeichert haben, verlieren Sie alles, was Sie in der Zwischenzeit geschrieben haben.
* Wenn die Festplatte oder die Diskette fehlerhaft sind, verlieren Sie den schon gespeicherten Text vollständig.
* Wenn Sie (eventuell ohne es zu merken) einen Teil Ihres Textes überschreiben und keine ältere Sicherheitskopie haben, verlieren Sie Teile des Textes.

Der dritte Punkt ist vielleicht erklärungsbedürftig:

Hier sind zwei Szenarien gemeint. Einmal stellen Sie sich vor, daß Ihr Dokument mit einem Virus verseucht ist. Viren arbeiten manchmal mit Zeitverzögerung, d.h. Ihr Dokument ist bereits seit vier Wochen infiziert, das merken Sie aber erst in dem Moment, in dem Sie nur noch Sicherheitskopien haben, die selbst bereist infiziert sind. Das bedeutet zwar meist nicht sofort einen Datenverlust, kann aber doch zu Problemen führen.
Zweites Szenario: Ihre Arbeit hat 10 Kapitel. Anfang der Woche löschen Sie aus Versehen Kapitel eins, ohne es zu bemerken. Den Rest der Woche arbeiten Sie an Kapitel zehn und speichern jeweils Ihre Änderungen. Wenn Sie nun nur die letzte Version als Backup zur Verfügung haben, ist leider Ihr gesamtes erstes Kapitel futsch - schade.
Autospeichern

Gegen die erste Gefahr hilft es, entweder selbst ständig zu speichern (gewöhnen Sie sich einfach die entsprechende Tastenkombination [Strg]+s an). Das kann aber auch Word für Sie erledigen; die entsprechende Funktion heißt Autospeichern.

Unter Extras/Optionen/Speichern läßt sich einstellen, wie häufig Word den aktuellen Text automatisch speichert.
Zur Sicherheit sollte man einen kleinen Wert auswählen, etwa alle vier Minuten. Wenn dann während der aktuellen Sitzung der Computer abstürzt, der Strom ausfällt oder ähnliches, dann zeigt Word beim nächsten Start den letzten automatisch gespeicherten Stand an. In der Titelzeile erscheint dann der Name des Dokuments, gefolgt von "(Wiederhergestellt)".
Diese Funktion ist zwar sehr praktisch, aber sie hat ihre Nachteile:

* Sie schützt nur vor Computerfehlern - wer seinen Text selbst löscht oder während der Sitzung den wichtigsten Teil der Arbeit mit "Entf" selbst in den Orcus befördert, hat Pech gehabt. Wenn der Befehl Bearbeiten/Rückgängig nicht mehr funktioniert, ist dann alles aus.
* Es wird immer nur die letzte Version gespeichert.
* AUtospeichern funktioniert nur dann gut, wenn die Datei zuvor wenigstens einmal gespeichert wurde, also schon einen Namen hat (nicht etwa "Dokument1" - das ist nur der Platzhalter, den Word automatisch vergibt).

Um diese Nachteile wenigstens zum Teil auszugleichen, sollte unter Extras / Optionen / Dateiablage ein besonderer Ordner als "AutoSpeichern-Ordner" eingetragen werden, in dem sich dann bei Bedarf mit Programmen zur Wiederherstellung gelöschter Dateien noch etwas ausrichten läßt.
Sicherheitskopien auf einem zweiten Datenträger

Alles Abspeichern hilft nichts, wenn die Festplatte kaputt geht. Deshalb sollten Sie immer Sicherheitskopien auf einer zweiten Festplatte, auf CD-ROMs oder auf Disketten erstellen.

Achtung! Word 7.0 hat einen Fehler beim Speichern auf Disketten. Deshalb nie unter Word 7.0 direkt auf Diskette speichern, immer nur auf Festplatte und dann im Explorer die Datei von der Festplatte auf die Diskette ziehen. Ansonsten wird die Datei mit hoher Wahrscheinlichkeit unlesbar. Näheres dazu auf der nächsten Seite.

Trotz der Nützlichkeit von Computern würde ich auch noch dazu raten, bei wirklich wichtigen Dokumenten wenigstens dann und wann eine Version des Dokumentes auszudrucken, damit man auch dann noch etwas hat, wenn alles andere schief geht.
mehrere Versionen / Backup-Strategie

Um vor dem dritten Problem geschützt zu sein - Sie haben selbst einen Teil des Textes gelöscht und danach gespeichert - sollten Sie möglichst viele Versionen des Dokumentes abspeichern. Je nach Bearbeitungsfrequenz sollten Sie dazu die Datei wöchentlich oder täglich unter einem anderen Namen abspeichern, z.B. unter einem Namen wie MeinText-18-02-2001.doc. Wenn Sie diese Versionen dann auch noch auf verschiedenen Datenträgern abgespeichert haben, kann Ihnen nicht allzuviel passieren.

Legen Sie am besten für jedes größere Projekt einen Ordner an, dann verlieren Sie nicht so leicht den Überblick.
Brauche ich das wirklich?

Ja! Haben Sie schon einmal jemanden gesehen, der verzweifelt fragt, ob man seine Diplomarbeit nicht doch noch retten könne? Ich schon - und wenn man demjenigen dann noch sagen muß, daß er alles noch einmal schreiben muß, dann wird es herzzerreißend. Aber Dummheit wird bestraft. Rechnen Sie nicht mit dem Mitleid Ihres Bekannten, den Sie bei Computerproblemen immer anrufen, dazu hat er Ihnen zu oft gepredigt, daß Sie ein Backup machen sollen.
Was kann ich noch machen, wenn alles weg ist?

Es gibt Notdienste, die auch aus verbrannten Festplatten noch Daten retten können. Die kosten dann aber natürlich richtig Geld (bis zu mehreren zehntausend Mark). Wenn Sie an Ihrer Dissertation sitzen, ist es Ihnen das eventuell so viel Geld wert. Dann sollten Sie aber nicht versuchen, selbst Hand an die Festplatte zu legen, wenn Sie nicht wirklich wissen, was Sie da tun.

Bei etwas weniger eindeutigen Desastern (Sie haben nur einfach die Daten gelöscht), läßt sich oft noch mit Hilfe von speziellen Datenrettungsprogrammen zumindest ein Teil der Daten retten. Aber dazu dürfen Sie nicht mehr lange an dem Rechner arbeiten. Diese Programme funktionieren nämlich nur deshalb, weil das Windows-Dateisystem (FAT12 oder FAT32) Dateien nicht wirklich löscht, sondern Sie nur aus dem "Inhaltverzeichnis" der Festplatte entfernt und damit den Platz auf der Festplatte, den die gelöschte Datei einnimmt, wieder zum Beschreiben freigibt. Wenn aber dort zufällig noch keine neue Datei hingeschrieben wurde, kann man die Datei selbst an dieser Stelle noch finden und muß lediglich den Eintrag im Inhaltsverzeichnis der Festplatte wieder herstellen. Ob das gelingt, hängt vom Zufall ab - und davon, ob Sie in der Zwischenzeit viel mit dem Betriebssystem gearbeitet haben.
Sie können die Rettungschancen etwas erhöhen, indem Sie regelmäßig Ihre Festplatte defragmentieren (aber möglichst nicht nach einem Datenverlust - dann sind die Daten nämlich endgültig verloren!).