Software Bildverarbeitung
Mit dem Erfolg und der Verbreitung der digitalen Fotografie ist die Bildverarbeitung ein großes Thema für viele Menschen geworden. Jeder Besitzer einer Digitalkamera möchte früher oder später seine Bilder bearbeiten und dank moderner Software ist dies sehr leicht möglich. War diese Prozedur in der analogen Fotografie nur dem Profi möglich und auch diesem nur sehr begrenzt, so hat die digitale Bildverarbeitung dafür gesorgt, dass mit entsprechendem Aufwand fast alle Wünsche umsetzbar sind.
Angefangen von den roten Augen, die man wegretuschiert oder einem Weißabgleich, um die Farben besser zur Geltung zu bringen bis hin zu gezielten Bildmanipulationen, ist alles denkbar. So kann man einzelne Personen oder Gegenstände aus einem Bild verschwinden lassen oder hinzufügen und auf diese Weise Ereignisse dokumentieren, die niemals stattgefunden haben. Durch die große Macht der Bilder, die viel eindringliche Wirken als Sprache oder Text, können damit unabsehbare Folgen ausgelöst werden. Ein verantwortungsvoller und kritischer Umgang mit Bildern ist deshalb unabdingbar. Dazu gehört natürlich auch, dass man sich möglichst gut mit den Mitteln und Methoden der Bildverarbeitung auskennt.
Lange Zeit war das Bild ein verlässliches Dokument, doch dank der modernen Bildverarbeitung kann man nicht länger davon ausgehen, dass ein Bild authentisch ist. Man muss vielmehr zusätzliche Informationen über ein Bild haben, um dessen Wahrheitsgehalt einschätzen zu können. Diese Veränderung wird weitreichende Folgen haben, die in ihrer Gänze noch nicht überschaut werden. War es aus der Kunst schon lange einem kleinen Kreis von Eingeweihten klar, dass die Authentizität des Bildes eine Illusion ist, so ist dieses Erkenntnis in der breiten Öffentlichkeit doch noch nicht angekommen. Da unsere Gesellschaft voller Bilder ist, muss dringend eine Auseinandersetzung mit dieser Thematik gesucht werden, am besten schon in den Schulen.

